Ich dachte immer, ich hätte noch genug Zeit.
Über die Träume meiner Jugend, Entscheidungen, die uns prägen, und die Erkenntnis, dass Erfolg vielleicht etwas ganz anderes bedeutet, als wir glauben.
Als ich jünger war, hatte ich viele Träume.
Ich wollte Fußballer werden.
Fußball war damals nicht einfach nur ein Hobby für mich. Es war meine Leidenschaft.
Etwas, das mir unglaublich viel Spaß gemacht hat und worin ich auch gut war.
Ich habe im Verein gespielt.
Irgendwann gab es sogar Interesse von einem großen Verein.
Damals war das natürlich etwas Besonderes.
Wenn ich heute daran zurückdenke, frage ich mich manchmal, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wenn ich diesen Weg weiterverfolgt hätte.
Aber ich bereue es nicht.
Meine Interessen haben sich verändert. Mein Leben hat eine andere Richtung genommen.
Und das ist auch okay.
Was mich heute viel mehr beschäftigt, ist die Erkenntnis, dass man als junger Mensch oft gar nicht versteht, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht.
Man hat Träume, Vorstellungen und unendlich viele Möglichkeiten vor Augen.
Und irgendwie denkt man, dass man für alles noch genug Zeit hat.
Bis man irgendwann merkt, dass die Jahre vergangen sind.
Als Jugendlicher versteht man vieles noch nicht
Ich glaube, dass wir in jungen Jahren oft unterschätzen, wie sehr unsere Entscheidungen das spätere Leben beeinflussen können.
Nicht unbedingt, weil wir unvernünftig sind.
Sondern weil uns schlicht die Erfahrung fehlt.
Woher soll man mit 15 oder 16 Jahren wissen, welche Möglichkeiten man später haben wird?
Woher soll man verstehen, welche Entscheidungen wichtig sind und welche Wege sich vielleicht irgendwann schließen?
Ich hätte mir damals manchmal mehr Orientierung gewünscht.
Jemanden, der mir bestimmte Dinge erklärt.
Der mir zeigt, welche Möglichkeiten ich habe und was ich daraus machen könnte.
Nicht jemanden, der meine Entscheidungen für mich trifft.
Sondern jemanden, der mir hilft, sie besser zu verstehen.
Aber das Leben funktioniert nicht immer so.
Manchmal muss man Dinge selbst herausfinden.
Und manchmal versteht man erst Jahre später, welche Bedeutung eine Entscheidung eigentlich hatte.
Ich möchte damit nicht sagen, dass mein Leben anders oder besser hätte verlaufen müssen.
Aber vielleicht hätte ich manche Möglichkeiten bewusster wahrgenommen, wenn ich damals schon verstanden hätte, was ich heute weiß.
Nicht jeder Traum muss für immer derselbe bleiben
Neben dem Fußball hatte ich noch einen anderen Traum.
Ich wollte in der Informatik arbeiten.
Technik hat mich schon früh begeistert.
Ich wollte verstehen, wie Dinge funktionieren.
Warum etwas funktioniert.
Und wie man Probleme lösen kann, wenn etwas nicht funktioniert.
Dieses Interesse ist geblieben.
Heute arbeite ich tatsächlich in der IT.
Und das meiste, was ich dafür wissen musste, habe ich mir selbst beigebracht.
Wenn ich darüber nachdenke, ist das eigentlich etwas, worauf ich stolz sein kann.
Ein Traum aus meiner Jugend ist schließlich Wirklichkeit geworden.
Vielleicht nicht unbedingt auf dem Weg, den ich mir damals vorgestellt hatte.
Aber ich habe etwas gefunden, das mich interessiert, und mir die Fähigkeiten dafür angeeignet.
Das zeigt mir auch, dass nicht jeder Traum verloren geht, nur weil das Leben anders verläuft als geplant.
Manche Träume verändern sich.
Andere verlieren irgendwann ihre Bedeutung.
Und manche begleiten uns so lange, bis wir irgendwann feststellen, dass wir sie längst verwirklicht haben.
Vielleicht sollten wir uns manchmal öfter bewusst machen, was wir bereits erreicht haben, statt ausschließlich darüber nachzudenken, was uns noch fehlt.
Früher dachte ich, Erfolg bedeutet, etwas zu erreichen
Wenn man jünger ist, verbindet man Erfolg oft mit bestimmten Vorstellungen.
Einem guten Beruf.
Finanzieller Sicherheit.
Vielleicht einem schönen Haus, einem guten Auto oder der Möglichkeit, sich Dinge leisten zu können, auf die man lange hingearbeitet hat.
Und natürlich sind das keine schlechten Ziele.
Auch ich möchte beruflich weiterkommen und finanziell gut aufgestellt sein.
Ich möchte mir etwas aufbauen.
Ich möchte den Menschen, die ich liebe, Sicherheit geben können.
Und ich möchte irgendwann nicht bei jeder Entscheidung darüber nachdenken müssen, ob ich sie mir leisten kann.
Aber je älter ich werde, desto mehr verändert sich meine Vorstellung davon, was Erfolg eigentlich bedeutet.
Denn mittlerweile glaube ich, dass man unglaublich viel erreichen kann und trotzdem etwas sehr Wertvolles vermisst.
Zeit.
Was bringt mir Erfolg, wenn ich keine Zeit habe?
Diese Frage beschäftigt mich immer häufiger.
Was bringt es mir, irgendwann finanziell erfolgreich zu sein, wenn ich kaum Zeit habe, mein Leben zu genießen?
Was bringt es mir, jahrelang für bestimmte Ziele zu arbeiten, wenn ich dabei die Dinge vernachlässige, für die ich das alles eigentlich mache?
Ich habe manchmal das Gefühl, dass mein Alltag hauptsächlich daraus besteht, zu arbeiten, Verpflichtungen zu erfüllen und auf eine bessere Zukunft hinzuarbeiten.
Man steht morgens auf.
Man erledigt seine Aufgaben.
Man kümmert sich um das, was erledigt werden muss.
Und irgendwann ist der Tag wieder vorbei.
Dann beginnt alles von vorne.
Natürlich gehört das zum Leben dazu.
Wir alle haben Verantwortungen.
Wir müssen arbeiten, Entscheidungen treffen und uns um unsere Zukunft kümmern.
Aber manchmal frage ich mich:
Wann beginnt eigentlich der Teil, in dem ich mein Leben wirklich genieße?
Wenn ich genug Geld verdient habe?
Wenn ich beruflich alles erreicht habe, was ich erreichen wollte?
Wenn irgendwann alle Verpflichtungen erledigt sind?
Aber was, wenn dieser Zeitpunkt nie so kommt, wie ich ihn mir vorstelle?
Was, wenn immer neue Ziele und Verpflichtungen dazukommen?
Vielleicht liegt mein Fehler manchmal darin, dass ich mein heutiges Leben zu sehr als Vorbereitung auf mein zukünftiges Leben betrachte.
Ich möchte die Welt sehen
Ein Traum, den ich schon lange habe, ist es, die Welt zu bereisen.
Nicht unbedingt, um an möglichst vielen Orten gewesen zu sein oder schöne Bilder zu machen.
Ich möchte andere Kulturen kennenlernen.
Menschen begegnen, die ganz anders leben als ich.
Verstehen, wie andere Menschen denken, welche Werte sie haben und wie ihr Alltag aussieht.
Ich finde den Gedanken faszinierend, dass wir alle auf derselben Welt leben und unsere Leben trotzdem so unterschiedlich sein können.
Was für mich selbstverständlich ist, kann für einen anderen Menschen etwas völlig Unbekanntes sein.
Und was für mich vielleicht ungewöhnlich erscheint, gehört irgendwo anders zum ganz normalen Alltag.
Einige Reisen habe ich bereits gemacht.
Aber längst nicht so viele, wie ich gerne machen würde.
Es gibt noch unglaublich viele Orte, die ich sehen möchte.
Viele Erfahrungen, die ich sammeln möchte.
Und Menschen, denen ich vielleicht irgendwann begegnen werde.
Ich möchte irgendwann nicht zurückblicken und feststellen, dass ich so sehr mit meinen Verpflichtungen beschäftigt war, dass ich mir für all das nie die Zeit genommen habe.
Vielleicht möchte ich gar nicht so viel, wie ich manchmal denke
Wenn ich mir vorstelle, finanziell vollkommen abgesichert zu sein, dann denke ich nicht zuerst darüber nach, was ich mir alles kaufen würde.
Ich denke darüber nach, was ich machen könnte.
Reisen.
Mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.
Mit den Menschen, die ich liebe, Erinnerungen schaffen.
Nicht ständig auf die Uhr schauen müssen.
Auch ihnen die Möglichkeit geben, mehr Zeit für die Dinge zu haben, die sie glücklich machen.
Ich würde mich wahrscheinlich auch mehr um meine Gesundheit kümmern.
Mir mehr Zeit für meinen Körper und mein Wohlbefinden nehmen.
Vielleicht würde ich mich intensiver weiterbilden.
Neue Dinge lernen.
Mich mit Themen beschäftigen, die mich interessieren, ohne dass dahinter immer ein beruflicher Nutzen stehen muss.
Und vielleicht würde ich manchmal einfach gar nichts machen.
Ohne dabei das Gefühl zu haben, dass ich gerade meine Zeit verschwende.
Denn auch das ist etwas, das ich noch lernen muss.
Dass nicht jede Minute produktiv sein muss.
Dass man nicht ständig etwas erreichen muss.
Und dass es vollkommen in Ordnung ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen.
Erfolg bedeutet für mich heute Freiheit
Wenn mich heute jemand fragen würde, was Erfolg für mich bedeutet, wäre meine Antwort wahrscheinlich ziemlich einfach.
Erfolg bedeutet für mich, Zeit zu haben.
Zeit für die Menschen, die mir wichtig sind.
Zeit für die Dinge, die ich liebe.
Zeit, um die Welt kennenzulernen.
Zeit, um mich weiterzuentwickeln.
Zeit, um auf meine Gesundheit zu achten.
Und vor allem die Freiheit, selbst entscheiden zu können, wie ich diese Zeit verbringe.
Natürlich spielt Geld dabei eine Rolle.
Finanzielle Sicherheit kann uns Möglichkeiten eröffnen, die wir ohne sie vielleicht nicht hätten.
Aber Geld ist für mich nicht das eigentliche Ziel.
Es ist eher ein Mittel, um irgendwann freier leben zu können.
Und trotzdem merke ich, dass ich aufpassen muss.
Denn wenn ich heute meine gesamte Zeit opfere, um irgendwann mehr davon zu haben, könnte ich am Ende etwas verlieren, das ich mir mit keinem Geld der Welt zurückholen kann.
Die Jahre, die bereits vergangen sind.
Ich möchte nicht nur für irgendwann leben
Ich weiß, dass ich nicht von heute auf morgen alles verändern kann.
Ich habe Verpflichtungen.
Ich habe Ziele.
Und ich möchte weiterhin an meiner Zukunft arbeiten.
Aber ich möchte lernen, die Gegenwart dabei nicht zu vergessen.
Ich möchte nicht ständig darauf warten, dass irgendwann der perfekte Zeitpunkt kommt.
Der Zeitpunkt, an dem ich genug verdiene.
An dem ich genug erreicht habe.
An dem alles geregelt ist.
Vielleicht wird es diesen perfekten Zeitpunkt niemals geben.
Vielleicht wird immer irgendetwas fehlen.
Vielleicht werde ich immer neue Ziele haben.
Und vielleicht ist das auch gar nicht schlimm.
Solange ich dabei nicht vergesse, dass mein Leben bereits stattfindet.
Nicht erst in fünf oder zehn Jahren.
Sondern jetzt.
Ein Gedanke zum Schluss
Wenn ich heute meinem 18-jährigen Ich begegnen könnte, würde ich ihm wahrscheinlich gar nicht so viel erzählen.
Ich würde ihm nicht sagen, welchen Beruf es wählen soll.
Ich würde ihm nicht vorwerfen, bestimmte Chancen nicht genutzt zu haben.
Und ich würde ihm auch nicht sagen, dass es jeden seiner Träume unbedingt verfolgen muss.
Denn ich bereue nicht, dass mein Leben anders verlaufen ist, als ich es mir früher vorgestellt habe.
Ich würde ihm nur etwas sagen, das ich selbst mit der Zeit immer besser verstanden habe.
Nutz die Zeit.
Mach Erfahrungen.
Lerne Dinge, die dich interessieren.
Verbring Zeit mit Menschen, die dir wichtig sind.
Hab keine Angst davor, dass sich deine Träume verändern.
Aber verschiebe nicht alles, was dich glücklich macht, auf irgendwann.
Denn irgendwann werden wir alle zurückblicken.
Und ich möchte dann nicht nur sagen können, dass ich viel gearbeitet, Verantwortung übernommen und etwas erreicht habe.
Ich möchte auch sagen können, dass ich gelebt habe.
Dass ich die Welt gesehen habe.
Dass ich Zeit mit den Menschen verbracht habe, die ich liebe.
Dass ich Erinnerungen geschaffen habe.
Und dass ich mir auch erlaubt habe, glücklich zu sein.
Denn vielleicht ist der größte Erfolg am Ende nicht, wie viel wir erreicht haben. Sondern dass wir genügend Zeit hatten, die Dinge zu erleben, für die sich das alles gelohnt hat.