Ich habe gelernt, stark zu wirken. Nicht, mich stark zu fühlen.

Über die Angst zu versagen, die Verantwortung für andere und den Wunsch, irgendwann einfach nur Ruhe zu finden.

DON LIFE7 Min. Lesezeit

Ich glaube, viele Menschen sehen in mir jemanden, der stark ist.

Jemanden, der seine Probleme irgendwie löst.

Der Verantwortung übernimmt.

Der versucht, für andere da zu sein.

Und vielleicht habe ich mich selbst auch lange so gesehen.

Aber wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich nicht immer so stark, wie ich nach außen wirke.

Manchmal bin ich einfach müde.

Nicht unbedingt körperlich.

Sondern innerlich.

Müde vom Nachdenken. Von den Erwartungen. Von der Angst, irgendwann nicht genug zu sein.

Und manchmal frage ich mich, wie lange man eigentlich stark sein kann, wenn man selbst nicht genau weiß, wohin das eigene Leben führt.

Ich hätte mir manchmal jemanden gewünscht, der mir den Weg zeigt

Wenn ich an meine Kindheit und Jugend zurückdenke, gibt es etwas, das mir gefehlt hat.

Orientierung.

Jemand, der mir zeigt, welche Möglichkeiten ich habe.

Der mir erklärt, worauf ich achten sollte.

Der mir hilft, bestimmte Dinge zu verstehen, statt dass ich alles selbst herausfinden muss.

Ich möchte damit niemandem einen Vorwurf machen.

Ich weiß, dass Menschen ihre eigenen Probleme haben. Dass nicht jeder immer die richtigen Antworten kennt. Und dass auch Erwachsene nicht alles wissen.

Aber als Kind versteht man vieles noch nicht.

Man weiß nicht, welche Entscheidungen wichtig sind.

Man weiß nicht, welche Fehler man vermeiden sollte.

Und manchmal weiß man nicht einmal, welche Fragen man überhaupt stellen müsste.

Ich hätte mir damals einfach mehr Unterstützung gewünscht.

Nicht jemanden, der mein Leben für mich lebt.

Sondern jemanden, der mir hilft, meinen eigenen Weg zu finden.

Vielleicht hätte ich trotzdem dieselben Fehler gemacht.

Vielleicht hätte ich trotzdem vieles selbst herausfinden müssen.

Das weiß ich nicht.

Aber ich glaube, es hätte mir geholfen, mich weniger allein damit zu fühlen.

Ich möchte niemanden enttäuschen

Heute beschäftige ich mich viel mit meiner Zukunft.

Mit meiner beruflichen Entwicklung.

Mit Geld.

Mit der Frage, ob ich irgendwann dort ankommen werde, wo ich gerne sein möchte.

Aber wenn ich genauer darüber nachdenke, geht es mir nicht unbedingt darum, besonders reich oder erfolgreich zu werden.

Ich möchte einfach genug haben.

Genug, um für die Menschen sorgen zu können, die ich liebe.

Genug, um ihnen Sicherheit zu geben.

Genug, damit ich helfen kann, wenn jemand meine Unterstützung braucht.

Ich wünsche mir, dass ich irgendwann zurückblicken und sagen kann, dass ich meiner Verantwortung gerecht geworden bin.

Und trotzdem zweifle ich oft an mir.

Was, wenn ich es nicht schaffe?

Was, wenn meine Möglichkeiten irgendwann nicht ausreichen?

Was, wenn ich die Menschen enttäusche, die auf mich zählen?

Ich weiß, dass mein Wert als Mensch nicht ausschließlich davon abhängen sollte, was ich verdiene oder was ich anderen ermöglichen kann.

Aber das zu wissen und es wirklich zu fühlen, sind zwei unterschiedliche Dinge.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mehr erreichen muss.

Dass ich mehr leisten muss.

Dass ich irgendwie einen Weg finden muss.

Selbst dann, wenn ich noch gar nicht weiß, welcher Weg der richtige ist.

Ich weiß manchmal selbst nicht, wer ich eigentlich bin

Eine Frage beschäftigt mich in letzter Zeit besonders.

Was ist eigentlich mein Sinn im Leben?

Ich weiß, was ich für andere Menschen sein möchte.

Ich möchte jemand sein, auf den man sich verlassen kann.

Jemand, der Verantwortung übernimmt.

Jemand, der seine Familie unterstützen kann.

Aber wenn ich mich frage, was ich eigentlich für mich selbst möchte, wird es schwieriger.

Worin bin ich wirklich gut?

Was erfüllt mich?

Was möchte ich mit meinem Leben anfangen?

Und wofür mache ich eigentlich das alles?

Ich wünschte, ich hätte darauf eine klare Antwort.

Aber die habe ich nicht.

Manchmal fühlt es sich an, als würde ich versuchen, ein Leben aufzubauen, von dem ich noch nicht einmal genau weiß, wie es aussehen soll.

Ich habe Vorstellungen von meiner Zukunft.

Ich habe Wünsche.

Ich habe Verantwortungen.

Aber manchmal fehlt mir die Orientierung.

Und dann kommen die Selbstzweifel.

Vielleicht bin ich nicht gut genug.

Vielleicht hätte ich schon weiter sein müssen.

Vielleicht verschwende ich gerade Möglichkeiten, die ich später nicht mehr haben werde.

Ich weiß, dass mich diese Gedanken nicht unbedingt weiterbringen.

Aber es fällt mir schwer, sie einfach abzustellen.

Ich möchte nicht, dass andere meine Schwäche sehen

Was wahrscheinlich nicht viele Menschen über mich wissen, ist, wie oft ich innerlich mit mir selbst kämpfe.

Nach außen versuche ich, ruhig und stark zu bleiben.

Nicht unbedingt, weil ich anderen etwas vorspielen möchte.

Sondern weil ich das Gefühl habe, dass Menschen in meinem Umfeld diese Stärke brauchen.

Ich möchte nicht, dass sie sich Sorgen machen.

Ich möchte niemanden zusätzlich belasten.

Und manchmal habe ich sogar Angst davor, was passieren würde, wenn ich offen zeigen würde, dass ich selbst nicht mehr weiterweiß.

Würde ich jemanden enttäuschen?

Würde man mich plötzlich anders sehen?

Könnte ich überhaupt damit umgehen, mich so verletzlich zu zeigen?

Ich weiß es nicht.

Vielleicht unterschätze ich die Menschen um mich herum.

Vielleicht würden sie mich besser verstehen, als ich denke.

Aber diese Gedanken halten mich oft davon ab, offen über meine Gefühle zu sprechen.

Also versuche ich weiterzumachen.

Auch wenn ich innerlich erschöpft bin.

Auch wenn ich manchmal selbst jemanden brauchen könnte, der mir sagt, dass ich nicht alles alleine schaffen muss.

Wenn es ruhig wird, werden meine Gedanken laut

Es gibt Momente, in denen ich alleine bin und eigentlich nichts Besonderes passiert.

Keine großen Probleme.

Keine unmittelbaren Entscheidungen.

Niemand erwartet gerade etwas von mir.

Und trotzdem komme ich innerlich nicht zur Ruhe.

Ich denke über die Zukunft nach.

Über Dinge, die ich vielleicht falsch gemacht habe.

Über Möglichkeiten, die ich möglicherweise verpasst habe.

Über den Menschen, der ich bin.

Und über den Menschen, der ich gerne wäre.

Manchmal denke ich so viel nach, dass ich mich danach noch erschöpfter fühle als vorher.

Dabei wünsche ich mir eigentlich etwas ganz Einfaches.

Nicht immer an morgen denken zu müssen.

Nicht ständig meine eigenen Entscheidungen zu hinterfragen.

Nicht das Gefühl zu haben, dass ich noch mehr leisten muss.

Sondern einfach mal im Moment zu sein.

Ohne Druck.

Ohne Erwartungen.

Ohne das Gefühl, dass ich gerade irgendetwas lösen müsste.

Manchmal möchte ich einfach nur durchatmen

Es gibt nicht viele Momente, in denen mein Kopf wirklich zur Ruhe kommt.

Meistens denke ich über irgendetwas nach.

Über meine Zukunft. Über meine Entscheidungen. Darüber, was ich noch erreichen muss und ob ich überhaupt auf dem richtigen Weg bin.

Aber es gibt einen Menschen, bei dem das manchmal anders ist.

Einen Menschen, bei dem ich mich verstanden fühle.

Bei dem ich nicht das Gefühl habe, ständig etwas beweisen zu müssen.

Bei dem ich einfach sein kann, wie ich bin.

Und das bedeutet mir unglaublich viel.

Denn manchmal brauche ich gar keine Lösung für meine Probleme.

Manchmal brauche ich auch niemanden, der mir sagt, was ich tun soll.

Manchmal reicht es, bei einem Menschen zu sein, bei dem ich mich wohlfühle.

Bei dem ich für einen Moment vergesse, was mich alles beschäftigt.

Und bei dem ich das Gefühl habe, endlich wieder richtig durchatmen zu können.

Ich glaube, solche Momente sind für mich wertvoller, als ich manchmal selbst begreife.

Weil sie mich daran erinnern, dass das Leben nicht ausschließlich aus Verantwortung, Sorgen und Erwartungen besteht.

Dass es auch Momente geben darf, in denen man einfach glücklich ist.

Ohne einen bestimmten Grund.

Ohne etwas erreicht haben zu müssen.

Einfach, weil man sich gerade am richtigen Ort fühlt.

Und trotzdem weiß ich, dass ich lernen möchte, diese Ruhe auch in mir selbst zu finden.

Denn so schön es ist, sich bei einem anderen Menschen geborgen zu fühlen, möchte ich nicht, dass mein innerer Frieden ausschließlich davon abhängt.

Vielleicht ist das eine weitere Sache, die ich noch lernen muss.

Nicht nur für andere ein sicherer Ort sein zu wollen, sondern irgendwann auch für mich selbst.

Vielleicht muss ich nicht immer der Starke sein

Ich weiß nicht, ob ich jemals vollständig aufhören werde, mir Sorgen über meine Zukunft zu machen.

Wahrscheinlich werde ich weiterhin viel nachdenken.

Wahrscheinlich werde ich weiterhin versuchen, für andere Menschen stark zu sein.

Und ich möchte auch nicht aufhören, Verantwortung zu übernehmen.

Aber ich frage mich zunehmend, ob ich mir selbst damit manchmal zu viel zumute.

Ob ich wirklich immer stark sein muss.

Ob ich tatsächlich jeden Menschen enttäusche, wenn ich einmal nicht weiterweiß.

Und ob ich mir selbst nicht etwas zugestehen sollte, das ich anderen Menschen wahrscheinlich ohne Weiteres zugestehen würde.

Nicht immer alles im Griff zu haben.

Nicht auf jede Frage eine Antwort zu kennen.

Nicht immer zu wissen, wie es weitergeht.

Vielleicht darf ich manchmal einfach müde sein.

Vielleicht darf ich auch Unterstützung brauchen.

Und vielleicht bedeutet Stärke nicht, dass niemand merkt, wie schwer es einem manchmal fällt.

Vielleicht bedeutet sie auch, irgendwann ehrlich zu sagen, dass man gerade nicht weiterweiß.

Ein Gedanke zum Schluss

Ich weiß nicht, wo ich in ein paar Jahren stehen werde.

Ich weiß nicht, ob ich beruflich und finanziell all das erreichen werde, was ich mir vorstelle.

Und ich weiß ehrlich gesagt auch noch nicht genau, was mein persönlicher Sinn im Leben ist.

Diese Unsicherheit macht mir manchmal Angst.

Aber ich möchte versuchen, mich nicht mehr ausschließlich danach zu beurteilen, was ich bereits erreicht habe.

Ich möchte weiterhin Verantwortung übernehmen.

Ich möchte weiterhin für die Menschen da sein, die ich liebe.

Aber ich möchte auch herausfinden, was mich selbst glücklich macht.

Wer ich eigentlich bin, wenn niemand etwas von mir erwartet.

Und wie ich ein Leben führen kann, in dem nicht jeder Tag von Sorgen und Selbstzweifeln bestimmt wird.

Vielleicht finde ich die Antworten darauf nicht heute.

Vielleicht auch nicht morgen.

Aber ich möchte anfangen, danach zu suchen.

Nicht nur nach Erfolg.

Nicht nur nach Anerkennung.

Sondern nach etwas, das ich mir schon lange wünsche.

Nach einem Leben, in dem ich nicht ständig stark sein muss, um mich sicher zu fühlen.

Und vielleicht finde ich irgendwann genau die Ruhe, nach der ich gerade suche.